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12.04.2010
Faire Wettbewerbsbedingungen für die Freien Berufe und qualifizierter Nachwuchs sind für jeden einzelnen Bürger existenziell wichtig
Die CDU-Fraktion startet eine große Anfrage an die Landesregierung zur Situation der Freien Berufe in Sachsen Anhalt. Die Landesregierung muss nun in den nächsten Wochen die 77 Fragen zur allgemeinen Situation der Freien Berufe, zur wirtschaftlichen Lage, zur Unternehmensnachfolge, zur Bekämpfung der Schwarzarbeit sowie zur Wettbewerbssituation in Zeiten der Globalisierung beantworten.
Detlef Gürth, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion:

„Neben Handwerk, Handel und Gewerbe sind die Freien Berufe die dritte tragende und für Sachsen-Anhalt existentiell wichtige Säule unserer Wirtschaft.

Jeder Bürger hat mit Freiberuflern zu tun und ist auf sie angewiesen. Zu den Freien Berufen zählen u.a. Architekten, Ingenieure, Sachverständige, Ärzte, Apotheker und Kulturschaffende.

Das besondere der Freien Berufe ist, dass man als Bürger auf die Qualität der Dienstleistungen der Freiberufler angewiesen ist und ein besonderes Vertrauensverhältnis aufbauen muss. Den Ärzten und Apothekern vertrauen wir unser Leben an, genauso wie dem Architekten und Statiker beim Bau eines Hauses.“

Die Große Anfrage starten wir gerade jetzt, um in Folge der über einem Jahr andauernden Diskussion über die Ursachen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise auf die Situation der Freien Berufe aufmerksam zu machen. Ein Jahr lang wurde über Opel geredet. Doch niemand weiß, dass allein in Sachsen-Anhalt die Freien Berufe dreimal mehr Menschen beschäftigen (ca. 90.000 Mitarbeiter, davon über 60% Frauen) als Opel in ganz Deutschland.

Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt mit 2,2 Mrd. Euro rund 9 Prozent und ist vergleichbar hoch wie bei der Landwirtschaft.

Jeder Fünfte Selbständige ist ein Freiberufler. Darunter 8.090 Ärzte, 1.980 Zahnärzte, 620 Tierärzte, 1.020 Apotheker, 2.150 Ingenieure, 7.200 in Kulturberufen, 1.747 Rechtsanwälte, 805 Architekten.

Um eine positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes und die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Dienstleistungen in Sachsen-Anhalt zu gewährleisten, muss die Unternehmensnachfolge gesichert werden. Das wird immer schwieriger. Politik und Behörden müssen Freie Berufe fördern und nicht behindern.

Die große Anfrage soll für die Aufgabe sensibilisieren und die notwendigen Daten liefern.

In den Schulen müssen junge Leute befähigt und motiviert werden einen freien Beruf zu ergreifen. Dazu gehört eine hohe Qualität in der Bildung, ein Vermitteln der Berufsbilder und Mut zur Selbständigkeit.

Hierbei will die CDU die Freien Berufe mit konkreten Maßnahmen unterstützen.“


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